Ein Schauer durchfuhr meinen ganzen Körper.
Es gibt Momente, in denen das Gehirn sich weigert, das Gehörte zu verarbeiten. Ich blieb wie erstarrt am Bettrand stehen, überzeugt, etwas falsch verstanden zu haben, bis mich eine andere Brautjungfer fragte: „Glaubst du wirklich, er würde sich in dich verlieben?“
Vanessa antwortete ohne zu zögern: „Er hätte es beinahe getan. Männer wie Ethan heiraten keine Mädchen wie Olivia, wenn sie keine Sicherheit wollen. Ich versuche nur, seinen Fehler wiedergutzumachen.“
Ich hielt mir die Hand vor den Mund.
Olivia. Ich.
Meine Hochzeit. Meine Trauzeugin. Meine engsten Freundinnen.
Der Raum schien zu schwanken. Jede Erinnerung der letzten sechs Monate überflutete mich, verstärkt und in schmerzhafte Erinnerungen verwandelt. Vanessa, die darauf bestand, alles zu kontrollieren. Vanessa, die sich anbot, die Ringe zu tragen. Vanessa, die mein Glück kommentierte, dass Ethan „den einfachen Weg bevorzugte“. Vanessa, die auf der Verlobungsfeier zu lange an seiner Seite verweilte, seinen Ärmel streichelte und zu laut über seine Witze lachte. Ich hatte mir geschworen, nicht eifersüchtig zu sein. Ich hatte ihr vertraut, denn so vertraut man seiner Trauzeugin.