Die Klassenkameraden meiner Tochter veranstalteten den Abschlussball in ihrem Krankenzimmer, weil sie aufgrund ihrer Krankheit nicht teilnehmen konnte – dann überreichte mir einer von ihnen einen Umschlag und sagte: „Hier ist der wahre Grund, warum wir hier sind.“

Zuzusehen, wie meine 17-jährige Tochter gegen Leukämie kämpfte, war das Schwerste, was ich als Mutter je durchmachen musste.
Ich dachte, die Überraschung in ihrem Krankenzimmer würde der emotionalste Moment dieser Nacht sein, aber ich irrte mich. Der Kaffee in meiner Hand war schon Stunden zuvor kalt geworden, doch ich hielt ihn fest, als wäre er das Einzige, was mir Halt gab. Sechs Monate waren vergangen, seit das Wort Leukämie in unser Leben getreten war. Meine Tochter Carol war erst siebzehn, und ich war alleinerziehend und versuchte, trotz der Angst zu lächeln, die kein Lächeln wirklich verbergen konnte.

Bevor sie krank wurde, träumte Carol jahrelang vom Abschlussball. Sie schnitt Bilder von Kleidern aus Zeitschriften aus und klebte sie an ihren Schlafzimmerspiegel. „Mama“, sagte sie dann, „versprich mir, dass du mir an dem Abend die Haare machst.“ Ich versprach es ihr immer. Nun hatte die Chemotherapie ihr die Haare genommen, und die Bilder aus den Zeitschriften warteten immer noch zu Hause wie Bruchstücke eines Lebens, das ihr eigentlich hätte gehören sollen.

Eines Nachmittags saß ich neben ihrem Krankenhausbett, während sie schlief. Die letzte Behandlung hatte sie geschwächt. Ihr Gesicht wirkte eingefallener, ihre Hände kleiner. Neben ihr lag ein Lederjournal, das ich ihr Monate zuvor geschenkt hatte. Sie schrieb jeden Tag hinein und steckte oft gefaltete Briefe zwischen die Seiten. Als ich mich vorbeugte, um ihr Kissen zurechtzurücken, wachte sie auf und schob das Journal schnell unter ihre Decke.

„Tut mir leid, Liebling. Ich wollte dich nicht wecken.“

„Schon gut, Mama“, sagte sie mit einem müden Lächeln. „Nur so Mädchenkram.“

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