Ich habe die drei verwaisten Töchter meines Bruders 15 Jahre lang großgezogen; letzte Woche gab er mir einen versiegelten Umschlag, den ich nicht vor ihnen öffnen durfte.

Die Frage blieb unbeantwortet.

Er sah mich an und sagte nichts. Dieses Schweigen sprach lauter als jede Antwort.

Ich schüttelte den Kopf.

—Du hast für uns alle entschieden. Du hast mir nicht einmal eine Wahl gelassen!

—Ich weiß. Es tut mir leid, Sarah.

Seine erste Entschuldigung.

Ich hasste sie. Ein Teil von mir wollte, dass sie stritt, mir etwas gab, gegen das ich ankämpfen konnte.

Aber sie blieb einfach da und akzeptierte es.

Hinter mir öffnete sich die Tür.

Eines der Mädchen rief meinen Namen. Instinktiv drehte ich mich um. „Ich komme!“

Dann sah ich ihn wieder an. – Das ist noch nicht vorbei.

Er nickte. „Ich werde hier sein. Meine Nummer steht am Ende des Briefes.“

Ich habe nicht geantwortet. Ich bin einfach wieder hineingegangen und habe den Umschlag immer noch in der Hand gehalten.

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