Ich zog den Sohn der Frau groß, die ich liebte, und jahrelang redete ich mir ein, das reiche. Doch dann, an seinem 18. Geburtstag, überreichte er mir einen Umschlag in der Handschrift seiner Mutter, und alles, was ich über unser gemeinsames Leben zu wissen glaubte, veränderte sich.
Ich lernte Laura kennen, als wir 19 waren.
Sie war jemand, der selbst in einer schwierigen Woche das Gefühl hatte, sie erträglich zu haben. Nicht, dass alles gelöst gewesen wäre. Nur, dass es leichter geworden wäre.
Dann lachte Laura, verdrehte die Augen oder stahl Pommes von meinem Teller, und plötzlich fühlte sich der Tag weniger anstrengend an.
Wir waren Freunde.
Als ich begriff, dass meine Gefühle real waren, hatte Laura bereits Jimmy bekommen.
Ich habe sie jahrelang geliebt und es nie gesagt.
Als ich begriff, dass meine Gefühle real waren, hatte Laura bereits Jimmy bekommen.
Das Leben sprach für sie. Sie hatte einen kleinen Jungen, keinen Partner, der es wert war, einen Namen zu nennen, zu viele Rechnungen und eine Erschöpfung, die ihre gesamte Lebenseinstellung veränderte.
Also blieb ich dort, wo sie mich wohnen ließ.
Ich war dabei, als Jimmy geboren wurde. Ich saß die ganze Nacht auf einem Krankenhausstuhl und kaufte Laura Kaffee, den sie vergessen hatte zu trinken.
Ich war dabei, als er zwei Jahre alt war und beschloss, dass Buntstifte Essen seien.
Ich hätte es ihr damals sagen sollen.
Ich war dabei, als er drei Jahre alt war und sich die Lippe am Couchtisch aufgeschlagen hat. Laura rief mich an und weinte so heftig, dass ich sie kaum verstehen konnte.
„Da ist so viel Blut“, sagte sie. „Warum blutet so viel aus so einem kleinen Gesicht?“
Ich schnappte mir meine Schlüssel und sagte: „Weil Kleinkinder leichtsinnig sind. Mach die Tür auf. Ich bin draußen.“
Laura trug die Last. Ich trug, was ich erreichen konnte.
Manchmal, wenn Jimmy eingeschlafen war, saß sie mit einer Decke über den Schultern auf der Küchentheke und sagte: „Ich schwöre, alle anderen haben eine Bedienungsanleitung fürs Erwachsenenleben bekommen.“
Dann, eines Nachts, kurz nach Mitternacht, klingelte mein Telefon.
Ich hätte es ihr damals sagen sollen.
Ich hätte sagen sollen: „Ich liebe dich. Ich liebe ihn auch. Lass mich mehr sein als nur der Typ, der auftaucht.“
Ich nicht.
Dann, eines Nachts, kurz nach Mitternacht, klingelte mein Telefon.
Ich sah Lauras Namen und antwortete: „Was ist passiert?“
Ein Fremder fragte: „Sind Sie Lauras Notfallkontakt?“
Ich erinnere mich an Neonröhren und einen Arzt, dessen Gesichtsausdruck schon auf schlechte Nachrichten eingestellt war.