Es klingelte erneut.
Du hast es ignoriert.
Beim dritten Anruf erschien eine Voicemail.
Du hast auf Wiedergabe gedrückt.
Alejandros Stimme erfüllte deine Küche.
„Sofia, bitte. Was auch immer gestern passiert ist, ich brauche deinen Rückruf. Der Vorstand stellt Fragen. Kira droht mit Kündigung. Morrisons Team kündigt eine Klage an. Die Partnerschaft in Seoul ist eingefroren. Ich muss verstehen, was Lucia dir erzählt hat. Ruf mich an.“
Du hast einen Bissen Toast genommen.
Gekaut.
Verschluckt.
Die Voicemail wurde gelöscht.
Dann hast du noch mehr Kaffee eingeschenkt.
Um 10:42 Uhr klopfte jemand an Ihre Wohnungstür.
Du erstarrtest.
Ein weiterer Klopf.
„Sofia? Ich bin’s, Nina.“
Du hast ausgeatmet.
Nina Brooks, deine beste Freundin und ehemalige Mitbewohnerin, stand draußen. Sie trug Leggings, hatte einen unordentlichen Dutt und den Gesichtsausdruck einer Frau, die mit Klatsch, Sorgen und möglicherweise Snacks gekommen war.
Du hast die Tür geöffnet.
Sie kam herein und trug zwei Papiertüten.
„Ich habe Bagels mitgebracht“, sagte sie. „Und Frischkäse zur seelischen Unterstützung.“
Du bist beiseite getreten.
„Woher wusstest du das?“
„Mädchen, die ganze Firma weiß Bescheid. Außerdem hat Derek aus der Rechtsabteilung meine Cousine angerufen, die mich dann angerufen hat, weil sich dein CEO anscheinend so benimmt, als hätte ihm jemand mitten im Flug den Motor seines Privatjets ausgebaut.“
Du hast die Tür geschlossen.
Nina stellte die Tüten auf deine Küchentheke und drehte sich zu dir um.
„Erzähl mir alles.“
Das hast du getan.
Du hast ihr von Lucias kaltem Büro erzählt. Von der gefälschten Leistungsbeurteilung. Von der Gehaltskürzung von 12.500 auf 730 Dollar im Monat. Von der Akte, die du unterschreiben solltest. Davon, wie Lucia deinen Blick mied. Und davon, wie du gekündigt hast, bevor deine Wut in Demütigung umschlagen konnte.
Nina hörte zu, während sie beide Hände auf die Theke stützte.
Als du fertig warst, sagte sie: „Wie bitte?“
Du nicktest.
„Das war auch meine Reaktion.“
„Siebenhundertdreißig Dollar?“
“Ja.”