Dann rief meine Tochter an und erklärte mir, wie ich den Rest meines Lebens verbringen sollte.
Sie ahnte nicht, dass ihr das Leben, das sie selbst in die Hand nehmen wollte, bereits entglitten war. Sie ahnte nicht, dass ich noch vor der Beerdigung ihres Vaters, bevor die Aufläufe ausblieben und die Nachbarn nicht mehr leiser sprachen, wenn sie an meiner Veranda vorbeigingen, Papiere für ein 13 Hektar großes Lavendelfeld in der Provence unterschrieben hatte. Sie ahnte nicht, dass in der verschlossenen Schublade von Geralds Arbeitszimmer, unter einem Stapel Unterlagen für Veteranenangelegenheiten, eine Urkunde mit meinem Namen, ein in Seidenpapier gewickelter Schlüsselbund und ein Foto von mir lagen. Ich stand im Eingang eines steinernen Bauernhauses mit blauen Fensterläden, das Morgenlicht fiel mir auf die Schultern.
Ich stand gerade am Spülbecken und spülte meine zweite Tasse Kaffee aus, als das Telefon klingelte. Durchs Küchenfenster sah ich die alte Eiche im Garten, kahl und trotzig gegen den Novemberhimmel. Gerald hatte 31 Jahre lang jeden Herbst gedroht, den Baum wegen des Laubs zu fällen. Jedes Jahr stand er mit einem Rechen in der Hand darunter, mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der sich von der Natur persönlich verraten fühlte.
„Dieses Jahr ist es soweit, Margaret“, sagte er dann. „Diesmal meine ich es ernst.“