Ihr Tonfall war ungetrübt, doch etwas in ihren haselnussbraunen Augen hatte sich verändert, seit sie die Wahrheit über ihren Mann erfahren hatte – etwas Schärferes und Kälteres, das nicht länger nach Liebe verlangte.
Ihr Handy vibrierte, und eine Nachricht ihres Anwalts erschien, in der stand, dass alles wie geplant vorbereitet sei und sie nur noch dem Prozess vertrauen müsse.
Beim Wort „Vertrauen“ lächelte sie schwach, denn nach allem, was sie durchgemacht hatte, fühlte sich dieses Wort fast fremd und seltsam ironisch an.
„Gib mir fünf Minuten“, flüsterte sie, schloss die Augen und atmete langsam ein, um Erinnerungen aufsteigen zu lassen, ohne ihre Fassung zu verlieren.
Sie erinnerte sich an die versteckten Mietquittungen, die nächtlichen Treffen, die immer einstudiert klangen, und die Telefonate, die in dem Moment endeten, als sie den Raum betrat.
Dann erinnerte sie sich an den Tag im April, als sie Ashley Monroe aus dem Wohnhaus kommen sah, wie sie ihre Bluse zurechtzupfte und lächelte wie jemand, der endlich das erreicht hatte, was sie wollte.
Ashley war einst eine Bekannte aus ihrer Studienzeit gewesen, eine Frau, die ihr Leben immer etwas zu genau bewundert hatte, und nun hatte sich diese Bewunderung in etwas weitaus Zerstörerischeres verwandelt.
Ein Klopfen am Fenster riss sie zurück, und da stand er, Gregory Hale, in einem perfekt sitzenden Anzug und mit einem selbstsicheren Lächeln, das sich jetzt wie eine Maske anfühlte.