Meine Schwester hat schon immer die Angewohnheit gehabt, ungewöhnliche Dinge von der Arbeit mit nach Hause zu bringen. Meistens ist es etwas Harmloses – ein verlegtes Schmuckstück, ein seltsames Verpackungsstück oder ein Gerät, das niemand identifizieren kann.
Doch eines regnerischen Abends betrat sie meine Wohnung und trug etwas bei sich, das mir sofort ein flaues Gefühl im Magen bereitete.
Sie hielt es in ihrer Handfläche, ihr Gesicht war bleich. „Was ist das?“, flüsterte sie.
Es sah aus wie ein Knochen. Ein kleiner, gebogener, leicht gelblicher Knochen. Er war etwa fünf Zentimeter lang, mit einem Gelenk an einem Ende und einer glatten, polierten Oberfläche. Er sah beunruhigend ähnlich aus wie etwas, das zu einem Finger gehören könnte. Oder zu einer Zehe. Oder zu etwas anderem, worüber ich lieber nicht nachdenken wollte.
Meine Schwester arbeitete in einem Einzelhandelsgeschäft. In einem alten Gebäude. So eins mit knarrenden Dielen, staubigen Ecken und jahrzehntelanger, vergessener Geschichte.