Unsere Ausflüge in den Wald von Chapultepec waren uns heilig: Vanilleeis für mich, Schokolade für ihn. An diesem Tag strahlte er vor Stolz über seine perfekte Prüfung. Doch dann verschwand sein Lächeln abrupt.
Er beugte sich vor und verstieß umher. „Schick Mama kein Geld mehr“, flüsterte er und packte meine Ärmel. „Folge ihr einfach, du wirst schon sehen.“
Der Schock lähmte mich. „Das Geld ist für dich, für die Schule …“ Doch er beharrte: „Bringt mich erst hier raus. Ich will heute Abend nicht nach Hause.“ Seine Angst war greifbar, nicht die freundliche Angst vor der Dunkelheit, sondern ein Schrecken, der Schweigen gebietet.
„Tut dir deine Mutter weh?“, fragte ich mit zitternder Stimme. Er antwortete nicht direkt, sondern nur: „Sie wird wütend sein, wenn ich etwas sage.“ Ein kälterer Windstoß fegte über den See, doch die Kälte, die mir über den Rücken lief, war schlimmer.
Er stand plötzlich auf: „Wir müssen los, Mama wird sauer sein, wenn ich zu spät komme.“ Während ich ihm nachsah, wie er wegging, keimte ein verbotener Gedanke in mir auf: Vielleicht verbarg der Tod meines Sohnes etwas anderes. Vielleicht war die Wahrheit in Flammen aufgegangen.