Ich dachte, das Schwierigste am Überleben des Feuers sei gewesen, mit den Narben zu leben, die es hinterlassen hatte. Doch nach einer einzigen Nacht auf dem Ball änderte sich alles, was ich über meine Vergangenheit zu wissen glaubte.
Ich war neun Jahre alt, als das Feuer ausbrach.
Ich wachte hustend auf, umgeben von so dichtem Rauch, dass ich meine Schlafzimmertür nicht sehen konnte. Irgendwo oben rief meine Mutter meinen Namen. Als die Feuerwehr uns endlich herausholte, war die Küche zerstört, und Teile meines Gesichts, Halses und Arms waren so stark verbrannt, dass Narben zurückblieben, die nie vollständig verheilten.
Mit den Jahren gewöhnt man sich an sein Spiegelbild.
Ich bin hustend aufgewacht.
***
Das Schwierigste war, ständig angestarrt zu werden. Niemand in der Schule sagte etwas direkt Gemeines, aber ich bemerkte immer die Blicke, das Getuschel und die Fragen. Es tat weh.
Doch in meinem letzten Jahr war ich so gut darin geworden, dass es mich nicht mehr störte.
Als der Ball dann kam, sagte ich meiner Mutter, dass ich nicht hingehen wollte.
„Du kannst dich nicht ewig verstecken, Cindy“, sagte sie. „Einmal hat etwas Schlimmes dein Leben verändert. Lass es nicht immer wieder für dich entscheiden. Der Abschlussball findet nur einmal im Leben statt.“
Am Ende hat sie mich völlig erschöpft.
Ich war gut darin geworden, Dinge so zu tun, als ob sie mich nicht stören würden.
***
Wir kauften ein Kleid, ich lockte meine Haare und verbrachte eine Stunde mit Schminken, wobei ich hauptsächlich die Narben an meinem Hals verdeckte.
Doch kaum hatte ich den Ballsaal betreten, bereute ich es, hingegangen zu sein.
Die Turnhalle war fantastisch. Lichter hingen von der Decke, und aus den Lautsprechern dröhnte Musik. Aber meine Klassenkameraden machten Fotos, tanzten und lachten ohne mich, als ob ich gar nicht existierte.
Ich stand allein in der Nähe des Getränketisches und tat so, als würde ich Nachrichten an Leute schicken, die mir keine Nachrichten schickten.
Nach fast einer Stunde war ich bereit zu gehen.
Dann kam Caleb näher.